Weltladen Betzdorf


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Archiv

Hier finden Sie ein Archiv von Mitteilungen und Presseberichten, das zudem einen guten Überblick über unsere Aktivitäten gibt:

Schluss mit giftig!

Bananen sind nach Äpfeln in Deutschland das meistgekaufte Obst. Allerdings sind
in konventionellen Bananen eine Menge Pestizide enthalten. Darauf macht das ÖKO-TEST-Magazin in der Januar-Ausgabe aufmerksam. Das ist aber nicht nur für uns hier ein Problem, sondern in erheblichem Maß auch für die Anbauländern. Das Versprühen der Pestizide beeinträchtigt die Gesundheit der Menschen im Bananenanbau und schädigt auf Jahrzehnte Böden und Wasser. Schlechte Arbeitsbedingungen und geringe Bezahlung verstärken noch die Probleme .

„Die Flieger kommen fast jede Woche ohne Vorwarnung. Ich versuche dann schnell die Kinder ins Haus zu holen. Zwei haben bereits jetzt schon schlimme Allergien“, so eine Anwohnerin einer Bananenplantage. ÖKOTEST hat in Deutschland Bananen verschiedener Anbieter untersucht und schreibt: „Bei den konventionellen Produkten wurde das Labor durchweg fündig. Fast alle enthalten die besonders bedenklichen Pestizide Imazalil und/oder Bifenthrin.“

Laut dem europäischen Gefahrenstoffrecht gelten beide Substanzen als möglicherweise krebserzeugend. Die Pestizide werden im konventionellen Bananenanbau oft mithilfe von Flugzeugen versprüht. Aufgrund von Verwehungen gelangen die Spritzmittel so in angrenzende Wohngebiete und reichern sich in der Umwelt an. Dies hat zu einer starken Verseuchung von Wasserreserven, Flüssen, Böden und zu einem starken Verlust an Biodiversität geführt. Manche Orte müssen mit Trinkwasser per Tankwagen versorgt werden, der alle zwei Tage kommt - 12.000 Liter alle zwei Tage für ca. 1000 Familien. Zum Baden und Waschen reicht das nicht.



Die Studie der österreichischen Ärzteorganisation AGU in Wien zeigt, dass
vermehrt Erkrankungen der Bananenproduzent/innen und ihrer Familien die Folge ist, da sie dem Einsatz von Chemikalien weitgehend schutzlos ausgesetzt sind. Die Arbeitsmediziner untersuchten Ende 2015 die Gesundheitsgefährdung von Bananenarbeiter/innen in Ecuador. Ihre Ergebnisse sind erschreckend: Arbeiter/innen im konventionellen Bananenanbau haben z.B. sechs- bis achtfach so häufig Magen-Darm-Erkrankungen wie Arbeiter/innen in der ökologischen Landwirtschaft. Auch andere Symptome wie Schwindel, Erbrechen und Durchfall, Augenbrennen und Hautreizungen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit und unregelmäßiger Herzschlag wurden deutlich häufiger festgestellt.

„Wir machen uns große Sorgen, weil wir unter dem Pestizid-Regen arbeiten müssen. Aber wenn man sich beschwert, riskiert man, entlassen zu werden“, so ein Arbeiter beim Produzenten Matías, der unter anderem Lidl beliefert. Nicht nur der mangelhafte Umweltschutz sondern auch die
Verletzung von Arbeitsrechten ist also im tropischen Früchtesektor häufig an der Tagesordnung.

Wer mit Arbeiter/innen aus ecuadorianischen Bananenplantagen spricht, trifft auf ein Klima der Angst. Nicht ohne Grund: Offene Kritik, betriebsinterne Beschwerden und erst recht der Aufbau einer Gewerkschaft haben allzu oft Entlassungen zur Folge. Unter den Plantagenbesitzern sollen schwarze Listen zirkulieren, die Gewerkschafter/innen und andere „aufmüpfige“ Personen enthalten.

In der Stichprobe auf den Rainforest-Alliance-zertifizierten Plantagen, zu denen auch der Lidl-Lieferant Matías zählt, wurde die Frage, ob das Unternehmen, bei dem sie arbeiten, ihrer Meinung nach die Gründung einer Gewerkschaft zulassen würde von alle Befragten verneint. Auf WWF/Edeka-zertifizierten Plantagen gaben 65 Prozent der Befragten ein Nein zur Antwort. So wurden z.B. beim Produzenten Agrícola Agromonte, der für Aldi, Edeka und Rewe produziert, im Herbst 2015 50 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter/innen entlassen.
Während man sich in Deutschland über Billigpreise freut, kämpfen Arbeiter/innen im Bananenanbau um ihr tägliches Überleben. Trotz vieler geleisteter Überstunden decken die Durchschnittslöhne der Arbeiter/innen sowie die Durchschnittseinkommen der Kleinbäuerinnen und -bauern dabei nicht einmal das Existenzminimum, also das, was Menschen für Essen, Kleidung, ein Dach über dem Kopf, medizinische Versorgung, Schul- und Berufsausbildung sowie notwendige Rücklagen für Alter und Notfälle aufwenden müssen. Dazu muss das Einkommen der Kleinbauern noch die Produktionskosten decken wie z.B. Geräte, Neupflanzungen usw.

Dank ihrer Marktmacht können die Konzerne Preise und Lieferbedingungen vorgeben, Kosten an Lieferanten durchreichen und Ware entgegen getroffener Vereinbarungen zurückweisen. Unter diesem Preis- und Kostendruck kennen die Hersteller oft nur einen Ausweg: So billig wie möglich zu produzieren, um Kosten zu sparen – vor allem bei den Löhnen. Auch wenn z.B. Ecuador per Gesetz einen Mindestpreis für Bananen festlegt, so wird dieser festgelegte Preis mit illegalen Praktiken umgangen, indem Dienstleistungen wie Transport, Verpackung usw. den Produzenten in Rechnung gestellt werden, sodass diese am Ende weniger als den Mindestpreis erhalten.

Bananen sind ein Produkt, dessen Preis so entscheidend für die Konsumenten ist, dass er die Wahl des Supermarktes für den täglichen Einkauf entscheidend beeinflusst.
Aber dürfen wirtschaftliche Ausbeutung, Armut und menschliches Leid Zutaten der Lebensmittel in unseren Supermarktregalen sein? Nein, ebenso wenig wie die Verseuchung von Wasser und Boden über Generationen hinaus.

Für die Januar-Ausgabe des Magazins ÖKOTEST wurden Bananen von 22 Anbietern auf ein breites Spektrum von Pestiziden untersucht und die Einhaltung von Sozialstandards überprüft.
BanaFair-Bananen waren frei von Pestizidrückständen und sind in Bezug auf Produktionsbedingungen und Transparenz mit der Note sehr gut bewertet worden.

Mit dem Kauf der fair gehandelten Bio-Bananen im Weltladen Betzdorf erhalten die Kunden nicht nur eine gesündere Umwelt und pestizidfreies Obst, sondern beseitigen außerdem Fluchtursachen.





Weltladen Betzdorf Appell an die Bundestagsabgeordneten für faire Löhne und Naturschutz weltweit

Auf dem Wochenmarkt informierten Mitarbeiter des Weltladens in einer Aktion darüber, dass für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele ein Gesetz nötig ist. Die Entwicklungsziele sind Teil der globalen Agenda 2030, die 2015 von fast allen Staaten der Welt in der UN beschlossen wurden. Sie sollen bis 2030 die nachhaltige Entwicklung in wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Belangen weltweit verbessern.



Da in vielen Unternehmen Gewinnmaximierung Vorrang vor Sorgfaltspflicht hat, sind die bisher von der Bundesregierung bevorzugten
freiwilligen Bemühungen deutscher Unternehmen nicht ausreichend, wie die Textilindustrie beispielhaft fünf Jahre nach dem Einsturz der Rana-Plaza Textilfabrik in Bangladesch zeigt. Denn in mehr als 800 Fabriken fehlt immer noch ein funktionierendes Feueralarmsystem und 286 Fabriken haben Statikprobleme immer noch nicht behoben. Bis heute fehlt zudem eine staatliche Arbeitsunfallversicherung. Fabrikbesitzer in Bangladesch verwehren sich dagegen. Sie fürchten, dass die Abgaben für eine Versicherung die Kosten ihrer Waren hochtreiben.
Diese Furcht ist nicht unbegründet. Schließlich erfahren die Fabrikbesitzer tagtäglich, dass die Markenunternehmen zwar Sozial- und Umweltstandards einfordern, aber nicht bereit sind, höhere Preise zu zahlen. Ganz im Gegenteil: Die Einkaufspreise sind, so das Center for Global Workers' Rights, seit Rana Plaza um 13 Prozent gefallen.

Damit die Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt einen höheren Wert beimessen und ihre Geschäftspraxis darauf entsprechend ausrichten, müssen bei Nichteinhaltung ihrer Sorgfaltspflicht Strafen folgen.
Dazu bedarf es eines Gesetzes, das der Weltladen Betzdorf in einem Appell an die lokalen Bundestagsabgeordneten mit den Weltläden bundesweit einfordert.

Auf dem Wochenmarkt konnten bereits 93 Unterschriften gesammelt werden.
Die Mitarbeiter des Weltladens bitten ihre Mitbürger, die Aktion mit ihrer Unterschrift zu unterstützen und damit zu zeigen, dass wir eine Wirtschaft wünschen, die dem Allgemeinwohl und nicht der Ausbeutung von Mensch und Natur dient. Der Appell mit den Unterschriftenlisten liegt noch bis August im Weltladen aus.



Für Faire Löhne und Schutz der Natur

Bei der Herstellung unserer Alltagsprodukte werden häufig Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört. Auch deutsche Unternehmen sind immer wieder an Menschenrechtsverletzungen im Ausland beteiligt oder profitieren davon. Daher engagiert sich der Weltladen Betzdorf zum diesjährigen Weltladentag am 12.Mai für die Aktion der Weltläden und sammelt Unterschriften unter einen Appell an den deutschen Bundestag, der eine gesetzliche Unternehmensverantwortung für Menschenrechte und Umwelt entlang der gesamten Lieferkette fordert.

Albert ist in Kamerun auf einer Kakaoplantage aufgewachsen, als Sohn eines Kakaobauern. Als er vor zweieinhalb Jahren nach Deutschland kam, traute er seinen Augen kaum: „Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass man hier so viel Geld mit Schokolade verdienen kann – während in Westafrika die Mehrheit der Kakaobauern in bitterer Armut lebt.“ Von einer Tafel Schokolade für 1€ erhält der Bauer 0,06€
Die Probleme des Kakaohandels sind seit vielen Jahren bekannt. Der Weltladen Betzdorf prangerte bereits 2007 und 2010 die Kinderarbeit auf den Plantagen an. 2015 beschlossen die 193 Mitgliedstaaten der UN, Hunger, Armut und Umweltzerstörung zu beseitigen, und setzten 17 nachhaltige Entwicklungsziele fest. Unternehmen verpflichten sich, gegen Missstände auf Plantagen vorzugehen.

Die Politik verspricht, die Lebenssituation der Bauern zu verbessern. Aber viel ist bisher nicht geschehen. Im Gegenteil: So arbeiten zum Beispiel laut Entwicklungsnetzwerk Inkota allein in Westafrika 2,2 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen.
In der Elfenbeinküste, dem weltweit wichtigsten Anbauland für Kakao, haben laut Kakaobarometer – einer Sammlung der wichtigsten Fakten und Entwicklungen auf dem Kakao-und Schokoladenmarkt - Bauernfamilien durchschnittlich ein Pro-Kopf-Einkommen von 0,45 € am Tag, in Ghana 0,76€. Ein existenzsicherndes Einkommen pro Kopf wäre 2,05 € am Tag. Armut grassiert auf den Kakaofeldern Westafrikas. Mit ihr kommen viele andere soziale, ökologische und ökonomische Probleme. Durch den Preisdruck können Kakaobäuerinnen und -bauern kaum noch auf Nachhaltigkeit achten. Um die Produktivität zu steigern, werden z.B. in Ghana und Elfenbeinküste weitere Flächen für größere Plantagen entwaldet und für nachfolgende Generationen ökologisch verwüstet. Damit die großen Plantagen bearbeitet werden können, sind zusätzliche Arbeitskräfte nötig. Bei ihren geringen Einkommen können die Bauern aber keine weiteren Arbeiter bezahlen. Sie lassen Kinder die reifen Kakaoschoten ernten, aufschlagen und die Bohnen freilegen. Nach dem Fermentieren und Trocknen müssen die zum Teil erst 14-Jährigen den Kakao in 50-kg-Säcken zu Sammelstellen für den Weitertransport tragen.

Der Handelsminister aus Kamerun sagte auf der Weltkakaokonferenz, die vom 23.-25. April in Berlin stattfand:“ Unsere Bauern können nicht mehr.“ Immer mehr Bauern geben den Kakaoanbau auf. „Junge Menschen wollen keine Kakaobauern werden, da Arbeitsbedingungen und Bezahlung zu schlecht sind“, konstatiert Afia Owusu von der African Cocoa Coalition/Ghana. In der Hoffnung auf ein besseres Leben ziehen sie in die Städte oder fliehen nach Europa. Nachhaltige Entwicklung kann nicht erreicht werden, solange Unternehmen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeiten direkt oder indirekt Menschenrechte verletzen und die Umwelt zerstören. Ein existenzsicherndes Einkommen muss ein zentraler Wirkungsindikator aller Nachhaltigkeitsprojekte und –initiativen sein.

Ein existenzsicherndes Einkommen bedeutet: Es muss die Grundbedürfnisse der Kakaobäuerinnen und -bauern und ihrer Familien abdecken – von Wohnraum über Kleidung, ausreichender und gesunder Ernährung, Trinkwasser und sanitärer Versorgung bis hin zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Transportkosten und Ersparnissen für Notfälle. Zusätzlich müssen die Bäuerinnen und Bauern in der Lage sein, die Kosten des Kakaoanbaus zu decken. Dazu gehören z.B. Kosten für Werkzeuge, Setzlinge, Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie Pachtlizenzen und Zertifizierungsgebühren.

Unternehmen dürfen ihre Verantwortung nicht länger der Profitmaximierung unterordnen. Aber im Rahmen der Freiwilligkeit bewegt sich zu wenig. Daher sammeln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Unterschriften zu einem Appell an den Deutschen Bundestag, in dem eine gesetzlich geregelte Sorgfaltspflicht der Unternehmen für Menschenrechte und Naturschutz gefordert und damit den Betroffenen eine Klagemöglichkeit eröffnet wird.
Wie säe eine Welt aus, in der Unternehmen nicht mehr dem Profit, sondern den Menschen und dem Planeten verpflichtet sind? Der Faire Handel zeigt seit über 40 Jahren, dass ein anderes Wirtschaften möglich ist.
Da die Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte und den Schutz der Natur auch bei uns als Verbrauchern liegt, verbindet der Weltladen Betzdorf die Unterschriftenaktion mit dem Kauf fair gehandelter Schokolade, womit wir zeigen, dass wir in einer Welt leben wollen, in der die Wirtschaft nicht dem Profit einiger weniger dient, sondern dem Allgemeinwohl.

Der Weltladen bietet am Freitag, dem 11.Mai, auf dem Wochenmarkt Schokolade zum Aktionspreis an. Für ein Pressefoto mit der gekauften Schokolade zur Kampagne laden sie für 11.00 Uhr am Aktionsstand auf dem Wochenmarkt ein.





Aktive Solidarität für benachteiligte Frauen

8. März nur ein weiterer „Gedenktag“ im Kalender? Der Weltfrauentag ist vorüber. Viel wurde über die ungleiche Behandlung und die Benachteiligung der Frauen geschrieben. Wem nützt aber das Theoretisieren und Anklagen, wenn die Konsequenzen ausbleiben? Haben wirtschaftliche Interessen Vorrang vor Solidarität? Das fragen sich die Mitarbeiter des Weltladen Betzdorf und zeigen an einem Beispiel wie einfach es sein kann, Solidarität mit Frauen durch Taten zu verwirklichen.

Fikile Shabangu, Mutter von zwei Töchtern, lebt in Manzapa einem kleinen Dorf in Swasiland nahe Manzini. Da ihr Mann verstorben ist, ist sie allein erziehend. Zu ihrem Unglück haben Frauen in Swasiland nicht das Recht, Land zu besitzen. So ist es für Fikile Shabangu ein Problem, den Lebensunterhalt für sich und die Kinder zu bestreiten, zumal der Verdienst meist sehr gering ist. Zwei Drittel der Bevölkerung von Swasiland leben von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. Das reicht auch nicht, um die hohen Kosten für den Transport, Schulunifor-men und Materialien für den Unterricht aufzubringen.

Darum haben viele Jungen und Mädchen in den südlichen Regionen Swasilands nicht einmal die Grundschule abgeschlossen. Sie nehmen vielmehr eine Arbeit an, um zur Versorgung der Familie beizutragen - darunter auch kommerzielle Sexarbeit oder Sklaverei im Haushalt. Tausende von Kindern, vor allem Mädchen, werden sogar nach Südafrika und Mosambik "exportiert".

Eswatini Kitchen war für die junge Frau aus Swasiland eine Perspektive. Das Projekt bietet vor allem allein erziehenden Frauen eine gute Möglichkeit, für sich und ihre Kinder eine neue Existenz aufzubauen. Sie können sich für einen Beruf qualifizieren und zugleich ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Eswatini Kitchen produziert nach traditionellen Rezepten Chutneys und Marmeladen mit denen Speisen verfeinert werden können. Die Produkte wer-den aus den lokalen Obst- und Gemüsesorten ohne Konservierungsmittel oder Farbstoffe hergestellt. Alles ist Handarbeit – vom Schneiden, Rühren bis zum Einfüllen in die Gläser.



Bei Eswatini Kitchen arbeiten zurzeit 17 fest angestellte Mitarbeiter (13 Frauen und 4 Männer). Mit 3.500 Emalangeni pro Monat (rund 300 Euro) verdienen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für dortige Verhältnisse gut. Aufgrund des guten Gehalts von Eswatini Kitchen kann Fikile Shabangu ihre Töchter zur Schule schicken und die Schulgebühren bezahlen. Sie hat eine Fünf-Tage-Woche bei einer täglichen Arbeitszeit von 7.30 bis 16.30 Uhr. Im Fall von Überstunden erhält sie dafür den doppelten Stundenlohn. Außerdem ist sie rentenversichert und erhält bei Gewinn einen jährlichen Bonus.





Da die Produkte vor Ort in Swasiland in Gläser abgefüllt werden, konnten zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Für die Qualitätskontrolle verfügt Eswatini Kitchen über ein eigenes kleines Labor, in dem die Chutneys und Marmeladen begutachtet werden. Das Obst und Gemüse, das die Frauen zu Chutneys und Marmeladen verarbeiten, kommt von rund 50 Farmen der Umgebung.

Die Lebenserwartung im Land beträgt nur 48 Jahre. Ein Grund dafür ist die weltweit höchste HIV Infektionsrate von etwa 26 Prozent. Der zweite ist die extreme Armut in der etwa zwei Drittel der Bevölkerung in Swasiland lebt. Mangelernährung und unzureichende Bildung sind die Folge. Da es in Swasiland keine nennenswerten Bodenschätze gibt, ist das internationale Interesse sehr gering.

Der Weltladen hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur auf Missstände hinzuweisen, sondern durch faire Handelsbeziehungen Solidarität mit benachteiligten Menschen praktisch umzusetzen. Daher rufen die Mitarbeiter im Nachgang zum Weltfrauentag dazu auf, z.B. mit Chutneys von Eswatini Kitchen Speisen zu „fair“feinern und dadurch z.B. allein erziehenden Frauen und deren Kindern in Swasiland eine Zukunftsperspektive zu geben.



Taste Fair Africa

Die Mitarbeiter des Weltladen Betzdorf wollen mehr Mitmenschen gewinnen aktiv und unmittelbar Flüchtlingspolitik zu betreiben, um die Situation sowohl hier als auch dort zu verbessern.
Wir starten das Jahr unter dem Motto „Taste Fair Africa“ und bieten ein Sortiment aus drei Kaffeevariationen aus Uganda und fünf neuen Schokoladen mit Kakao aus São Tomé an.



Wir legen den Schwerpunkt ganz bewusst auf Afrika weil dessen belastende Kolonialgeschichte bis in die Neuzeit reicht, begründen die Mitarbeiter die Kampagne. Tausende von Migranten finden auf ihrer Suche nach einem Lebensunterhalt den Tod unter anderem im Mittelmeer.

Da Afrika ein sehr vielfältiger Kontinent ist, sind auch Infrastruktur und Exporterfahrung ganz unterschiedlich. Waren aus Afrika zu importieren ist im Vergleich anspruchsvoll. So möchten wir als Weltladen den Blick auf Afrika mit seinen vielen Facetten richten. Die hochwertigen Produkte, unter fairen Bedingungen hergestellt, vermitteln Eindrücke jenseits der üblichen Klischees.
Die Geschichten von den Menschen hinter den Produkten zeigen, wie diese u.a. über den Fairen Handel ihre Genossenschaften und damit ihre eigenen Lebensbedingungen weiterentwickeln konnten.

Die Kooperativen von Bukonzo bauen ihren Bio-Arabica-Kaffee (u.a. Bourbon) in den Bergen im Südwesten Ugandas an nahe dem Virunga Nationalpark. Seit 1999 sind die Produzentinnen und Produzenten Partner des Fairen Handels und konnten mit dem Mehrgewinn aus Fairem Handel unter anderem die Erweiterung des Gesundheitszentrums in der Stadt Kyarumba finanzieren. Es wurden z.B. ein kleiner Operationssaal und Räumlichkeiten für die Frauen gebaut, in denen sie nach der Geburt ihres Kindes zunächst bleiben können. Des weiteren konnten Straßen und Brücken gebaut werden, um den Transport des Rohkaffees zu erleichtern.
Durch Sparprogramme und die Vergabe von Mikrokrediten an ihre Mitglieder konnten die Bäuerinnen und Bauern u.a. in eine bessere Verarbeitung ihres qualitativ hochwertigen Bio-Kaffees investieren. Dadurch wurden das Qualitätsniveau erhöht und weitere Einkommensmöglichkeiten geschaffen.

Anfang des 20. Jahrhunderts war São Tomé der größte Kakaoproduzent auf der Welt. Seit 1850 wird dort Kakao von hoher Qualität angebaut. Früher mussten die Bauern ihre Kakaobohnen direkt nach der Ernte zu Niedrigstpreisen an kommerzielle Zwischenhändler verkaufen. Durch den Fairen Handel mit der GEPA wurde das Aufkaufmonopol auf der Insel gebrochen, so dass inzwischen auch die lokalen Kakao-Aufkäufer ihre Preise erhöhen mussten. Die Kooperative erhält von der GEPA einen Preis, der deutlich über dem von Fairtrade International (FLO) festgesetzten Mindestpreis liegt. Zum Börsenpreis kommen die Fair-Trade-Prämie, die Bio-Prämie sowie ein Qualitätszuschlag. Durch den Einfluss des Fairen Handels fermentieren und trocknen die Kleinbauern heute selbst wodurch weitere Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Damit wird einer entscheidenden Fluchtursache entgegengewirkt. Noch mehr Familien ist ein existenzsicherndes Einkommen sicher. Mit der Fair-Trade-Prämie konnten Solarpanel zur Stromversorgung der Dörfer aufgestellt werden. Die damit verbesserte Lebensqualität ist eine weitere Möglichkeit, die Migration aus den ländlichen Regionen zu bremsen.



„Wir Mitarbeiter des Weltladen Betzdorf sehen uns als Wertegemeinschaft mit unseren Partnern im Süden aber auch mit unseren Kunden. Darum wollen wir mit dem Fairen Handel weltweit Produktionsweisen etablieren, die möglichst fair, möglichst bio. möglichst nachhaltig sind - das ist der Entwurf für eine globale Wirtschaftsform für eine Welt wie sie sein sollte.“

Gemeinsam mit unseren Kunden haben wir bereits gezeigt, dass faires Wirtschaften möglich ist und die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika nachhaltig verbessert wurden, denn durch den Verkauf im Weltladen konnten jährlich etwa 150 Familien ein ausreichendes Einkommen erzielen. Da aber immer noch viele Menschen kein ausreichendes Einkommen für den Unterhalt der Familie, Bildung und medizinische Versorgung haben, verlassen sie ihre Heimat, um z.B. in Europa den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen.

Das neue Sortiment „Taste Fair Afrika“ soll mehr Westerwälder und Siegerländer zu einer nachhaltigen Flüchtlingspolitik motivieren, denn es erfüllt nicht nur die Ansprüche an die Menschenrechte und Wertegemeinschaft sondern auch die Bedürfnisse nach anspruchsvollen und authentischen Produkten -
Flüchtlingspolitik mit dem Einkaufskorb.




Jugend für Fairen Handel – Aktion des Weltladens

Da der Weltladen Betzdorf erhebliche Schwierigkeiten hat, Jugendliche und junge Erwachsene für eine Unterstützung des Fairen Handels zu gewinnen, möchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
eine „Werbekampagne“ starten, um den erwähnten Personenkreis für den Einkauf und ein Mitmachen im Weltladen zu gewinnen. Die erste Zielgruppe die angesprochen werden soll, sind die Jugendorganisationen der Parteien im Kreis Altenkirchen. Die Jusos im Kreis haben auf die Einladung positiv reagiert und ließen sich im Weltladen über die Ziele des Fairen Handels und eine Aktion des Weltladens informieren.

„Wie der derzeitige Entwicklungshilfeminister Gerd Müller gehen wir im Weltladen davon aus, dass unser Handeln hier in Deutschland globale Auswirkungen hat", so Hermann Reeh vom Weltladen. Müller habe erkannt, wofür der Faire Handel schon lange kämpfe „Bleibeperspektiven im eigenen Land zu schaffen. Wenn uns das nicht gelingt, kommen künftig nicht Hunderttausende, sondern Millionen Flüchtlinge“, zitierte Reeh eine Aussage des Ministers angesichts der Flüchtlinge, die aus afrikanischen Ländern kommen.

Diese „Bleibeperspektiven“ könne man nur schaffen, wenn die Menschen in den Herkunftsländern existenzsichernde Einkommen erhielten. Also Einkommen, die ausreichen, um Nahrung, Kleidung, Unterkunft, medizinische Versorgung, Schul- und Berufsausbildung der Kinder zu bezahlen und Rücklagen für Alter und Notzeiten zu bilden. Genau das sei der Ansatz des Fairen Handels, so Hermann Reeh. Wer im Weltladen einkauft oder mitarbeitet bekämpft Fluchtursachen und lege einen Grundstein für eine friedliche Entwicklung.

Denn, so habe Willy Brandt schon 1980 erkannt:
„Wo Hunger herrscht, kann Friede keinen Bestand haben. Wer den Krieg ächten will, muss auch die Armut bannen.“

Dieser Zusammenhang sei vielen Menschen auch Jugendlichen nicht bewusst.

Wie man Friedenspolitik mit dem Einkaufskorb machen könne, verdeutlichte Hermann Reeh, an dem Friedensprozess in Kolumbien. Der Friedensvertrag zwischen der Regierung und der Farc, sehe auch die Vernichtung der Kokafelder vor. Welche Alternative habe aber eine Kleinbäuerin, die ihre Existenz bisher mit dem Anbau von Koka gesichert habe. Wenn man ihr das Kokafeld abbrenne, nehme man ihr das einzig sichere Einkommen und stürze sie in Armut.

Wenn dieser Bäuerin für den Anbau von Kaffee, Kakao , Bananen usw. einen existenzsichernden Preis erhalte, würde man ihre Armut und ihre Landflucht verhindern und eine „Bleibeperspektive“ schaffen. Das leiste bisher nur der Faire Handel. Der Faire Handel brauche aber Menschen, die bereit sind, einen höheren Preis für Kaffee oder Schokolade zu bezahlen.

„Als Verbraucherin und Verbraucher können Sie sich jeden Tag für eine gerechte und friedliche Welt einsetzen, z.B. beim Kauf fairer Schokolade, Kaffee und Tee in einem Weltladen“, so Hermann Reeh. „Mit Ihrer bewussten Kaufentscheidung für Produkte, die unter fairen Bedingungen produziert werden, verbessern Sie die Lebens- und Arbeitsbedingungen von 2,5 Millionen Produzentinnen und Produzenten und ihren Familien weltweit. Sie können Politik mit dem Einkaufskorb machen“, so Reeh weiter. „Und Sie als junge Menschen, die ihr politisches Interesse durch Ihre Mitgliedschaft in der SPD bekunden, können somit eine der besten Traditionen Ihrer Partei fortführen: Nicht nur die Lage der Menschen im eigenen Land verbessern, sondern mit allen Ländern dieser Erde gemeinsam die Armut bekämpfen.“

Martin Diedenhofen bedankte sich auch im Namen der Jungsozialisten für die interessanten Ausführungen und erklärte: „Der Weltladen Betzdorf trägt dazu bei, dass Bewusstsein für die Auswirkungen unseres Einkaufsverhalten zu schärfen. Mein Dank gilt den vielen Ehrenamtlichen, die sich hier engagieren – das Motto
“Global denken, lokal handeln“ wird hier gelebt. Nachhaltige Fluchtursachenbekämpfung funktioniert nur, wenn wir fairen Handel und faire Handelsbeziehungen stärken. Auch dafür tritt der Weltladen Betzdorf ein und dafür werde ich mich auch im Deutschen Bundestag einsetzen.“



Flüchtlinge haben ein Geschenk mitgebracht
- Ein Weckruf -


Wenn dieser Tage von Flüchtlingen die Rede ist, so wird die Debatte von Begriffen wie „Obergrenzen“, „sichere EU-Außengrenzen“, „Sicherung der nationalen Grenzen“, „Integrationspflicht“, „Tageskontigente“, „sichere Herkunftsländer“, „Verschärfung der Asylgesetze“, „Hotspots“ u.a. Begriffen dominiert.

Wir vom Weltladen Betzdorf möchten aber darauf hinweisen, dass uns die Geflüchteten, die es bis zu uns schaffen, ein besonderes Präsent mitgebracht haben. Geschenkt haben uns die Migranten etwas ganz Wichtiges: den nützlichen Zwang über den Horizont unserer
Wohlstands-Oase hinauszublicken. Sie sind Botschafter einer Welt, wie sie wirklich ist. Sie zeigen uns in Nahaufnahme den Skandal, dass wir viel zu lange glaubten, unseren Wohlstand zum großen Teil auf Kosten anderer erhalten zu können, statt mit ihnen gemeinsam. Sie sind Sehhilfe, mit der wir erkennen können, dass Krisen und Kriege mit unserer Lebensweise mehr zu tun haben, als wir wahrhaben wollen. Sie haben uns die zerrissene Welt buchstäblich ins Haus gebracht.

Dass diese zerrissene Welt irgendwie mit der Ausplünderung und Ausbeutung der sogenannten Entwicklungsländer und damit der Flüchtlinge zusammenhängt, ahnt man dunkel. So genau will man das wiederum nicht wissen. Wissen könnte das Gewissen belasten.

Die Flüchtlinge erteilen uns eine Lektion.

Es ist eine Lebenslüge zu glauben, ein kleiner Teil der Welt könne in Frieden leben, während ein Großteil in Armut und Kriegen versinkt. Dass sich früher oder später eine Völkerwanderung in Bewegung setzen würde, hätten wir ahnen müssen.

Die wenigsten Menschen verlassen ihre Familie und ihre Heimat ohne Grund, vor allem, wenn der Fluchtweg lebensgefährlich ist. Meist sind kriegerische Konflikte, politische Verfolgung, Armut, Klimaveränderung, Verletzung von Menschenrechten die Ursache von Flucht.

Wird aber das Recht auf Nahrung, Bildung, Gesundheitsfürsorge, auf ein
existenz-sicherndes Erwerbseinkommen – also auf ein menschenwürdiges Leben – nicht verwirklicht, dann haben Menschen keine Perspektiven.

Und vorhandene Perspektiven werden noch zerstört: z.B. wird Fischern an der Westküste Afrikas ihre Lebensgrundlage von großen Fischfangflotten aus Europa weggefischt. Auch den Schneiderinnen und Schneidern der lokalen Märkte in Togo, Ghana, Nigeria und Kamerun wird die Lebensgrundlage durch gebrauchte Kleidung aus Europa genommen. Ebenso können Frauenkooperativen mit Geflügelzucht in Ghana u.a. afrikanischen Ländern gegen subventioniertes Tiefkühlfleisch aus Europa nicht konkurrieren. Das gleiche gilt für Kleinbauern in Ghana, die Tomaten anbauen.Sie alle sehen sich gezwungen, ihr Land zu verlassen, um für sich und ihre Familien eine neue Zukunft aufzubauen.

Doch wenn Menschen nicht vor bewaffneten Konflikten fliehen oder nachweislich politisch verfolgt werden, haben sie meist geringe Chancen, in reichen Ländern Asyl zu erhalten. Sie werden hierzulande oft als „Wirtschaftsflüchtlinge” bezeichnet. In diesem Fall wird den Menschen, die aufgrund von Armut ihre Heimat verlassen, ihr legitimer Anspruch auf Menschenrechte und ein Leben in Würde nicht gewährt.

Jeder Mensch hat aber das gleiche Recht auf Glück!

Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass der Faire Handel die Flucht von Menschen verhindert, weil er dafür sorgt, dass die Menschen Nahrung, Kleidung, Unterkunft, medizinische Versorgung, Schul- und Berufsausbildung der Kinder finanzieren können und damit eine Perspektive für die Zukunft haben. Menschen haben ein Bedürfnis, in einer Welt zu leben, in der es vorhersehbar und gerecht zugeht, das ist aber in vielen Teilen der Welt nicht gegeben.

Die Bekämpfung der Fluchtursachen ist wie der Klimawandel eine globale Herausforderung, es wär hilfreich, wenn wir einen Teil zu deren Lösung beitragen würden. Wenn es darum geht, Fluchtursachen zu bekämpfen, muss es also auch um Armutsbekämpfung, um eine gerechte Verteilung des Reichtums auf der Welt gehen. Der Weltladen Betzdorf wirbt für den Kauf fair gehandelter Produkte, um Menschen eine sichere Existenz zu ermöglichen.

Mit dem Einkauf im Weltladen kann man Fluchtursachen bekämpfen, weil der Faire Handel dafür sorgt, dass die Menschen ein Einkommen erhalten, dass es ihnen ermöglicht für Nahrung, Kleidung, Unterkunft, medizinische Versorgung, Altersvorsorge, Schul- und Berufsausbildung der Kinder selbst zur sorgen. Schon der Verkauf fair gehandelter Produkte für 500 € im Weltladen kann den Lebensunterhalt einer Familie(z.B. eines Kaffeebauern in Nicaragua, einer Teepflückerin in Sri Lanka) für ein Jahr sichern. Dadurch haben sie eine Perspektive für die Zukunft.

Außerdem: Forderungen an die Politik:

Nicht die Flüchtlinge, sondern die Fluchtursachen sind das eigentliche Problem, das gelöst werden muss.nur noch für eine wirklich nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei.Gemeinwohl muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.örderung ziviler Konfliktlösung – und -prävention.von weltweiten sozialen und ökologischen Mindeststandards.für eine gerechte Verteilung des weltweiten Reichtums.und Besteuerung aller Finanztransaktionen.und Einschränkung des Waffenhandels.

Diskutieren Sie mit uns! E-Mail: h.j.reeh@t-online.de




Aufruf zum Handeln „Klimaneutral für ein Jahr“

Vom Klimaschutz reden viele, doch es ist höchste Zeit vom Reden zum Handeln zu kommen.

Was hat ein Weltladen mit dem Klimawandel zu tun?
Es ist im wahrsten Sinne des Wortes tragisch: Die Menschen, die am wenigsten zur Klimaveränderung beitragen, werden am stärksten darunter zu leiden haben. Die Menschen in den südlichen Ländern. Sie leiden schon heute unter der Klimaveränderung. Nicht wenige davon sind Fairhandelspartner. Auch darum ist es Aufgaben eines Weltladens, auf die Gefahren der Klimawandels hinzuweisen und Möglichkeiten für Klimagerechtigkeit aufzuzeigen.

Die Fakten:
Die Bundesbürger verursachen pro Kopf im Schnitt elf Tonnen(Umweltbundesamt) des Treibhausgases CO2 im Jahr. Klimaforscher sagen: Mehr als zwei Tonnen pro Kopf und Jahr dürfen es für alle Erdenbürger längerfristig nicht sein, damit der Klimawandel beherrschbar bleibe. Wir müssen unseren Ausstoß an CO2 um neun Tonnen reduzieren.
Die Formel zur Rettung der Welt heißt noch immer: Die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Ist das möglich?
Ein Blick zurück auf das Jahr 1992 als in Rio die Agenda 21 beschlossen wurde– eine Agenda zur Rettung der Erde, wie ein Teilnehmer unter Beifall aller Regierungschefs euphorisch verkündete - stimmt wenig hoffnungsvoll. Die Fortschritte beim Klimaschutz sind eher bescheiden.

Es ist aber noch nicht zu spät!
Ein Kommentator in der Frankfurter Rundschau meinte vor einigen Jahren, man solle das 20. und das beginnende 21. Jahrhundert aus der Sicht unserer Enkel und Urenkel betrachten, möglicherweise, so meinte er, könnten die dadurch gewonnenen Erkenntnisse eine Kurskorrektur bewirken. Bei einem Denken von der Zukunft her, würde man erst einmal von einem wünschbaren Zustand her denken und sich dann die Frage stellen: Wie komme ich dahin?
Versuchen wir es: Unsere Enkel und Urenkel werden sich schütteln, wenn sie lesen, welche Summen wir für militärische Ausrüstung ausgegeben haben. Wie eine plündernde Räuberbande werden wir ihnen vorkommen, wenn sie die Ausrottung der Tier- und Pflanzenarten, die Zerstörung der Regenwälder und damit auch das Sterben vieler Menschen bilanzieren.
Wenn wir so weitermachen, werden sie uns gar verfluchen, wegen des Gesamterbes, das wir zu hinterlassen dabei sind: einen Planeten mit vergifteten Böden, mit verseuchtem Wasser abgeholzten Regenwäldern, zerstörter Atmosphäre, die eine Klimakatastrophe bewirkte, unter der sie leiden werden, mit leergefischten Meeren, mit wachsenden Wüsten, mit Klimaflüchtlingen, selbst unseren atomaren Schrott müssen sie noch hunderte von Jahren bewachen.
Dabei werden uns die Enkel und Urenkel nicht einmal zu Gute halten können, dass wir all dies ahnungslos oder zumindest unvorsichtig bewirkt hätten. Ganz im Gegenteil: Die Probleme waren bekannt, an Warnungen fehlte es nicht, Appelle an die Vernunft, an das Verantwortungsbewusstsein, an Ethik und Moral und die christlichen Werte waren vielfältig.
Sehenden Auges haben die Menschen des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts den Planeten zerstört, geradeso als hätten sie einen zweiten in Reserve gehabt.
Ein Alptraum, gewiss. Er könnte Wirklichkeit werden, er muss es aber noch nicht – noch nicht. Damit er es nicht wird, muss endlich ein weltweites Umdenken und ein entsprechendes Handeln einsetzen, damit das Ziel, die Erwärmung der Erde auf zwei Grad zu begrenzen, erreicht wird.

Es ist nicht zu spät: Die Daten sind eindeutig. Bald könnte der Punkt erreicht sein, an dem der Klimawandel unumkehrbar wird. Auf dem Klimagipfel in Paris muss die internationale Politik eine befriedigende Antwort finden.

Aber auch wir müssen eine Antwort und eine Lösung für unser Verhalten als Produzentinnen und Produzenten des klimaschädlichen CO2 finden. Wir können die Lösung nicht allein den Politikerinnen und Politiker überlassen. Immerhin, ich sagte es schon, ist jede und jeder von uns für den Ausstoß von 11 Tonnen Kohlendioxid im Jahr verantwortlich. Neun Tonnen mehr als uns im Weltmaßstab zustehen. Wir verletzen die fundamentalen und vitalen Interessen von Menschen dadurch, dass wir für die Veränderung des Klimas mitverantwortlich sind. Wir handeln hier nach Maximen, die nicht verallgemeinerbar sind. Nicht jeder Mensch auf der Erde darf elf Tonnen CO2 in die Atmosphäre entsorgen. Der wichtigste Aspekt der Moral ist, dass man die Interessen anderer Menschen ernst nehmen muss und sie nicht schädigen darf. Wenn ich also ein moralisch handelnder Mensch sein will, muss ich mir die Welt von oben anschauen und die Interessen derer, die unter meinem Handeln leiden oder wie meine Enkel und Urenkel möglicherweise leiden werden, genauso ernst nehmen, wie meine eigenen Interessen.
Ich muss also meinen persönlichen Ausstoß von Kohlendioxid um neun Tonnen senken.
Welche Möglichkeiten haben wir:

1. Wir können weniger C02 produzieren!

2. Wir können Bäume pflanzen, die das von uns produzierte C02 neutralisieren

Zu 1.
Folgende Möglichkeiten haben wir: Elektrogeräte nach Effizienzklasse kaufen; Recyclingpapier verwenden; auf Plastiktüten verzichten; Kurzstrecken unter 3 km zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen; Öffentliche Verkehrsmittel benutzen; aufs Fliegen verzichten; weniger oder gar kein Fleisch essen; Lebensmittel aus ökologischem Anbau kaufen; fair gehandelte Produkte kaufen; Naturstrom beziehen usw.Staat und die Gesellschaft bei der Umstellung auf alternative Energien unterstützen.

Der Vermeidungsweg allein ist zu langsam. Für effektives Klimaschutzhandeln ist entscheidend, so schnell wie nur möglich nicht mehr zum atmosphärischen Anstieg der Treibhausgaskonzentration beizutragen.
Auch wer mit großem Engagement und hohem finanziellen Einsatz in absehbarer Zeit eine Reduktion von 20, 30 oder gar 50% erreicht, trägt mit den restlichen 80, 70 oder 50% noch immer zur Erhöhung der atmosphärischen CO2-Konzentration bei. Wird dieser Restwert kompensiert, ist die Klimaneutralität jedes Einzelnen deutlich schneller zu erreichen.

Zu 2.
Kompensation als Klimaschutzbeitrag mit Zusatznutzen für Menschen weltweit.
Kompensation kann das Klimaproblem nicht lösen, weil sie nichts an den eigentlichen CO2 –Quellen ändert. Sie ist aber solange als zweitbeste Lösung notwendig, solange die beste Lösung noch nicht existiert. Es liegt beim einzelnen CO2-Verursacher zu prüfen, ob und wie er seinen CO2-Ausstoß kompensieren will.
Jeder Baum entzieht der Atmosphäre in seiner Wachstumsphase CO2. Das Prinzip der Photosynthese ist bereits viele Millionen Jahre alt. Grüne Pflanzen spalten das CO2 der Luft, speichern den Kohlenstoff(C) in ihrer Biomasse und setzen den Sauerstoff (O2) frei.
Eine ausgewachsene Buche hat im Laufe ihres Wachstums der Luft ca. 10 t CO2 entzogen.
Eine deutliche Vergrößerung der weltweiten Waldfläche würde zu einer starken Entlastung der Klimaproblematik führen.
Ein ausreichender Schutz unserer klimatischen Lebensbedingungen wird ohne eine massive Vergrößerung der natürlichen Kohlenstoff-Bindungskapazität insbesondere der Wälder nicht mehr rechtzeitig gelingen!

Mit unserer Aktion möchten wir Menschen gewinnen:
1. ihre CO2 Emissionen für ein Jahr zu kompensieren
2. ihre CO2 Emissionen, z.B. für eine Flugreise, eine Kreuzfahrt zu kompensieren.

Sie können einmal Ihren persönlichen CO2 Ausstoß für ein Jahr(oder einen Flug)ausrechnen(oder ausrechnen lassen). Oder den Jahresdurchschnitt eines Bundesbürgers (11 Tonnen CO2) als Berechnungsgrundlage nehmen, von diesen 11 Tonnen ziehen sie 2 Tonnen ab(so viel wie jedem Erdenbürger zustehen). Neun Tonnen müssen Sie kompensieren.
Jede Tonne kostet 15 Euro, macht 135 EUR. (Eine Tonne CO2,die durch einen Flug erzeugt wird, kostet 23 EUR, weil die Klimawirkung entsprechend höher ist)

Von diesem Betrag fördern wir Wiederaufforstungsprojekte, z.B. in Haiti.
Haiti ist das ärmste Land in Lateinamerika. Haiti steuert auf eine ökologische Katastrophe zu. Inzwischen sind nur noch drei Prozent des zumeist bergigen Landes mit Wald bedeckt. Ganze Regionen drohen vollständig zu verkarsten. Der Boden kann kein Wasser mehr speichern. Trotz ausreichender Niederschläge leidet Haiti unter Wassermangel.
Als besonders geeignete Methode gegen den Verkarstungsprozess hat sich in der karibisch-tropischen Natur die Anlage von Waldgärten erwiesen. Bäume, Wild- und Kulturpflanzen, Mikroorganismen sowie Wild- und Haustiere bilden eine harmonische Lebensgemeinschaft. Die Bauernfamilien bewirtschaften eigenständig ihre Parzellen. Im Waldgarten wächst mehr als eine große Familie verbraucht, um sich reichhaltig, gesund und ausgeglichen ernähren zu können. So bleibt noch genügend übrig für den Verkauf auf lokalen Märkten.
Die Waldgärten verschaffen den Kleinbauernfamilien eine Existenzgrundlage, sie verhindern somit Landflucht, gleichzeitig sind sie eine hervorragende Maßnahme, um die Verkarstung Haitis zu stoppen oder rückgängig zu machen. Das Projekt „Waldgärten“ wir von Misereor unterstützt.

„Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle“, schreibt Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“. Das bedeutet, dass jede und jeder zum Schutz dieses Gemeingutes beitragen muss und kann. Entsprechend dem Prinzip der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und entsprechend ihrer oder seiner Fähigkeiten.
Geben Sie mit uns ein deutlich sichtbares Zeichen, dass wir bereit sind, Verantwortung für den von uns erzeugten CO2 Ausstoß zu übernehmen und eine entsprechende
„Klimaabgabe“zu entrichten. Wir zeigen damit, dass wir die Atmosphäre nicht länger als kostenfreie Mülldeponie betrachten, in die wir unsere Abgase kostenlos entsorgen können.
Unsere Generation entscheidet durch ihr Verhalten, welche Lebenschancen die zukünftigen Generationen haben.
„Lasst uns unsere Zeit so gestalten, dass man sich an sie erinnern wird als eine Zeit, in der eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erwachte, als eine Zeit, in der das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden neuen Auftrieb bekam.“ (Papst Franziskus Enzyklika „Laudato si")

Hermann Reeh


Frieden beginnt mit gerechter Weltordnung

Wir vom Weltladen Betzdorf verstehen uns als eine der Bewegungen, die der Papst auffordert, ihre Stimme zu erheben, sich zu mobilisieren und friedlich aber hartnäckig zu fordern, dass unverzüglich geeignete Maßnahmen ergriffen werden, damit die Wirtschaft in den Dienst der Völker gestellt wird.

Die jetzige Generation entscheidet durch ihr Verhalten, welche Lebenschancen die künftigen Generationen haben.

„Lasst uns unsere Zeit so gestalten, dass man sich an sie erinnern wird als eine Zeit, in der eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erwachte, als eine Zeit, in der das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden neuen Auftrieb bekam.“
(Papst Franziskus Enzyklika „Laudato si“; 2015)

Was können Sie tun ?
Kaufen Sie nur Produkte, bei denen existenzsichernde Löhne gezahlt wurden. Kaufen Sie z.B. eine Friedenstasche! Mit dem Kauf einer „Friedenstasche“ mit fair gehandelten Produkten, zeigen Sie,
dass Sie eine Wirtschaft und einen Handel wollen, der der Gemeinwohl dient und nicht über der Würde des Menschen steht,Gerechtigkeit und Frieden die Menschen verbindet
Denn:
„Das Kaufen ist nicht nur ein wirtschaftlicher Akt, sondern immer auch eine moralische Handlung.“
(Enzyklika Laudato si)

Forderungen an die Politik:
Das Gemeinwohl muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.
Nicht die Flüchtlinge, sondern die Fluchtursachen sind das eigentliche Problem, das gelöst werden muss.
Förderung ziviler Konfliktprävention.
Festsetzen von weltweiten sozialen Mindeststandards.

Eine besorgniserregende Weltlage
Jeden Menschen, der täglich Fernsehen schaut, Zeitungen liest oder online ist, beschleicht ein ungutes Gefühl:
Die Krisen in der Welt werden immer zahlreicher, sind kaum beherrschbar:
Kriege und Bürgerkriege;
Religiöser Fanatismus setzt ganze Regionen in Brand;
Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Krieg und Gewalt;
Menschen werden vertrieben, weil Agrarkonzerne Land rauben.

Bewaffnete Konflikte, die Gewalt, Tod und Leid vor allem über die Zivilbevölkerung bringen und zu Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts führen, sind auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine der größten Herausforderungen. Die wirtschaftliche Globalisierung wird nicht in gleichem Maß von der globalen Verwirklichung von Frieden und Menschenrechten begleitet.

Förderung ziviler Konfliktlösung statt Waffenexport
Die Anhäufung von Waffen und Munition fördert die Entwicklung von Konflikten und Krisen. Die Rüstungsgüter kommen häufig nicht erst mit Ausbruch offener Kriege zum Einsatz, sondern tragen bereits täglich zu Gewalt und Repression bei. Waffenlieferungen stützen korrupte Systeme und damit Ausbeutung und Ausplünderung.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres genehmigte die Bundesregierung Ausfuhren von Waffen und Rüstungsgütern im Wert von 6,35 Milliarden Euro. Dem steht dieses Jahr nur die Hälfte für Entwicklungshilfe entgegen.
Die Bundesregierung muss (will) bei der Rüstungspolitik einen Spagat schaffen: Einerseits setzt sie sich für eine Verringerung der Waffenlieferungen ins Ausland ein. Andererseits soll sie die Interessen der deutschen Industrie im Blick haben.

Eine umfassende Friedenspolitik ist eng verbunden mit dem Einsatz für eine gerechte Weltordnung und eine Förderung ziviler Konfliktlösung.

Wir wollen eine grundsätzliche Veränderung.
Es geht um Nahrung, Kleidung, Unterkunft, um Ausbildungsmöglichkeiten, um den Aufbau eines für alle zugänglichen Gesundheitssystems, es geht um Infrastruktur, um die Stärkung ziviler Konfliktvorbeugung. Es geht auch um fairen Handel und faire Welthandelsverträge.

Papst Franziskus sagte dazu in seiner Rede, die er bei einem Treffen mit Volksbewegungen in Bolivien im Juli 2015 gehalten hat:

„Sehen wir ein, dass etwas nicht in Ordnung ist in einer Welt, in der so viele Campesinos, Kleinbauern ohne Grund und Boden, so viele Familien ohne Wohnung, so viele Arbeiter ohne Rechte, so viele Menschen in ihrer
Würde verletzt sind. Ich frage mich, ob wir fähig sind zu erkennen, dass diese zerstörerischen Wirklichkeiten einem System entsprechen, das sich über den ganzen Globus ausgebreitet hat?
Wenn es so ist, dann beharre ich darauf: Wir wollen eine wirkliche Veränderung, eine Veränderung der Strukturen!“

„Die erste Aufgabe ist, die Wirtschaft in den Dienst der Völker zu stellen:
Die Menschen dürfen nicht im Dienst des Geldes stehen! Wir sagen Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der sozialen Ungerechtigkeit wo Geld herrscht, anstatt zu dienen. Diese Wirtschaft tötet.“

„Die zweite Aufgabe ist, unsere Völker auf dem Weg des Friedens und der Gerechtigkeit zu vereinen. Die Völker und ihre Bewegungen sind berufen, ihre Stimme zu erheben, sich zu mobilisieren und friedlich, aber hartnäckig zu fordern, dass unverzüglich geeignete Maßnahmen ergriffen werden."




Faire Grillkohle im Weltladen

Fair gehandelte Grillkohle aus Kokosnuss-Schalen bietet der Weltladen Betzdorf an.
Deutschland importiert mehr als 90% der benötigten Grillkohle, davon ca. 60% aus Schwellen- und Entwicklungsländern. Dort wird die Grillkohle oft unter menschenunwürdigen Bedingungen, unter anderem durch Kinderarbeit hergestellt. Für die Produktion werden in diesen Ländern wertvolle Primärwälder abgeholzt. Es besteht keine nachhaltige Forstwirtschaft.

In Deutschland besteht keine Deklarationspflicht, woher das Holz der Grillkohle stammt, unter welchen Bedingungen es geschlagen und verarbeitet wurde. Der Kunde kann in der Regel nicht erkennen, ob er nicht gerade ein Stück Regenwald verbrennt.

„Grillkohle aus Kokosnuss-Halbschalen schafft Abhilfe“, so Hermann Reeh vom Weltladen Betzdorf.
Ihr Ausgangsmaterial sind Kokosnuss-Halbschalen, die als Abfallprodukt im Produktionsprozess von Kokosprodukten, wie Kokosraspeln und Kokosmilch anfallen. Hierfür wird kein Wald gerodet, sondern ein CO2 neutrales Ausgangsprodukt verwendet. Die Kokos-Grillkohle im Weltladen kommt von den Philippinen. Auf der Insel Mindanao produzieren Kleinbauern verschiedene Kokos-Produkte. Mit der Unterstützung einer örtlichen Nichtregierungsorganisation wurde mit der Produktion von Grillkohle-Briketts begonnen.

Die fair gehandelte Grillkohle bietet den Kleinbauern eine Chance um künftig besser gegen Ernteverluste geschützt zu sein und eine weitere Einnahmequelle zu schaffen. Eine gezahlte Prämie kommt dabei der Gemeinschaft zugute. Als nächster Schritt soll eine eigene Anlage zum Pressen der Grillbriketts, auch für den lokalen Markt angeschafft werden. So wird die heimische Brennstoffversorgung verbessert.

Importiert wird die Grillkohle von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Nordrhein-Westfalen und vom Bund der Katholischen Jugend.



Silvia Schmegner vom Weltladen Betzdorf wirbt für den Kauf der Fairen Grillkohle.



Ministerin Ulrike Höfken im Weltladen Betzdorf

Ulrike Höfken, die rheinland-pfälzische Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten besuchte den Weltladen Betzdorf und lernte die "Schokowelten" des Ladens kennen.

Hermann Reeh vom Weltladen informierte dort über die Geschichte des Ladens und über zahlreiche Aktionen für eine gerechte Welt, in der weder Menschen noch die Natur ausgebeutet werden. „In Weltläden hat man die Möglichkeit weltweite Solidarität zu üben und unsere Erde „
enkeltauglich“ zu machen“, sagte er.

„Unsere „Schokoladenseite“ verdient besondere Beachtung“, so Reeh. „Hier trifft Fair aus Süd Fair aus Nord.“ Fairer Bio Kakao aus Bolivien, Peru, Dominikanischer Republik oder Sao Tome mit fair gehandelter Bio Milch aus dem Berchtesgadener Land und werden unter Verantwortung des Fair Handelshauses der gepa zusammen mit fair gehandeltem Bio Rohrzucker zu einem rundum fairen Schokoladengenuss verarbeitet.

Rund 350 Naturland-Betriebe aus dem Berchtesgadener Land liefern zur Zeit die faire Biomilch für die gepa Bio Schokolade. Es sind überwiegend mittlere Familienbetriebe. Auf den Höfen wird die Biomilch auf althergebrachte Art gewonnen. Die Kühe sind – sobald es das Wetter zuläßt – auf der Weide. Den Sommer verbringen sie meist auf den Almen. Im Stall erhalten die Kühe Biofutter, das den strengen Naturlandrichtlinien entspricht.

Sowohl die Bauerinnen und Bauern im Berchtesgadener Land als auch die Kakaoproduzentinnen und - produzenten erhalten einen existenzsichernden Preis für ihre Bio-Produkte.
Ökologisch, sozial und fair ist in unserer Schokolade weltumspannend verwirklicht“, so Hermann Reeh und er verweist darauf, dass die Zukunft der Erde von einer ökologischen, sozialen und fairen Wirtschaftsweise abhänge.

Ministerin Höfken, die als Bundestagsabgeordnete bereits im Weltladen war, lobte das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Der Weltladen ist zu einer Institution geworden.“ Hier gelte das Motto „Global denken – lokal handeln“. Ökologische Landwirtschaft und Fairer Handel bräuchten aber auch politische Unterstützung. „Ein gutes Leben für alle“ unter diesem Motto kündigte die Ministerin eine Initiative der Bündnisgrünen an. „Wir können nicht mehr so weiter leben wie bisher, dann brauchen wir 2,5 Erden.“ Höfken erinnerte daran, dass es jetzt bereits weltweite Verteilungskämpfe und Kriege um Wasser und andere Ressourcen gebe.

Die Landtagsabgeordnete Anna Neuhof bestätigte aus eigenem Geschmackerlebnis die besondere Qualität der gepa Schokoladen und hob die fairen Preise für die Bauern in Nord und Süd hervor.


Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken(vorne links) besuchte den Weltladen





„Frieden beginnt mit gerechter Weltordnung“

Unter dem Motto „Frieden beginnt mit gerechter Weltordnung“ möchte der Weltladen in der Vorweihnachtszeit auf den Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Frieden aufmerksam machen und Mitmenschen aufrütteln, denn die Weihnachtsbotschaft „Frieden auf Erden den Menschen“ wartet noch auf ihre Einlösung.
Vielleicht, weil Gerechtigkeit und Frieden zu wenig im Zusammenhang gesehen werden.

Für unsere Ethik jedoch stehen Friede und Gerechtigkeit in einem unauflöslichen Zusammenhang. Auch Friedenspolitik ist eng verbunden mit dem Einsatz für eine gerechte Weltordnung, die allen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe an den Gütern unserer Erde ermöglicht. Betrachtet man die gegenwärtige Weltlage, so lassen sich leicht Gegebenheiten finden, die eine gleichberechtige Teilhabe an den Gütern der Erde verhindern.

Zwei Beispiele, die diese Behauptung stützen:

Nahrungsmittel, die in Europa weggeworfen werden, würden reichen, um die Hungernden der Erde zweimal satt zu machen.
Nur 47 Prozent der Weltgetreideproduktion dienen als Nahrung. Der Rest wird verfüttert, verheizt oder zu Treibstoff verarbeitet.

Während wir also das Weihnachtsfest feiern, gehen nach Angabe der Welthungerhilfe 800 Millionen Menschen hungrig schlafen, darunter mehr als 400 Millionen Kinder. Hier Feiern, dort Elend und Tod. Das ist keine Verkettung unglücklicher Umstände, sondern eine Verkettung menschlicher Verantwortungslosigkeit. Zu Recht klage Papst Franziskus an: „Diese Wirtschaft tötet.“

Nur wenige Menschen auf der Welt wollen Ungerechtigkeit. Umstritten ist daher nicht, ob es gerecht zugehen soll, sondern wie eine gerechte und friedliche Weltordnung erreicht werden kann.

Weihnachten, das „Fest des Friedens“, sollten wir zum Anlass nehmen, Möglichkeiten wahrzunehmen, die das Versprechen der Weihnachtsbotschaft von einer gerechten und friedlichen Welt Wirklichkeit werden lassen. Damit nicht nur die Symptome beseitigt werden, sondern die Ursachen aus dem Weg geschafft werden, bietet der Weltladen eine „Friedenstasche“ mit dem Aufdruck „Frieden beginnt mit gerechter Weltordnung“ zum Kauf an. Sie ist gefüllt mit fair gehandelten Produkten, die dem Produzenten gleichberechtigten Zugang den Gütern unserer Erde ermöglicht. Dem Käufer bietet sie qualitativ hochwertige Ware, die zudem naturschonend produziert wurde.

Wir müssen uns verbünden, um Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen.


Frieden beginnt in den Köpfen

Hört man die täglichen Nachrichten, so könnte man meinen, dieser Appell von Käthe Kollwitz sei ohne Wirkung geblieben. Die Meldungen zu den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, im Gaza, in Syrien, im Irak, im Südsudan, Kongo usw. lassen nur eingeschränkt die Hoffnung aufkommen, dass Konflikte ohne Gewalt ausgetragen werden können.

„Krieg beginnt in den Köpfen der Menschen“,
so heißt es in der Charta der UNESCO. (Die UNESCO ist eine internationale Organisation, die sich unter anderem um die Zusammenarbeit von verschiedenen Ländern kümmert.)
Das soll heißen, dass Kriege bereits beginnen, wenn man sie im Kopf hat und als Denken akzeptiert. Wenn man also Gewalt als Mittel der Konfliktlösung in Ordnung findet. Die bewusste Entscheidung, zu den Waffen zu greifen und Waffen einzusetzen, spielt sich also in den Köpfen der Menschen ab.

Ursachen von Gewalt und Krieg
Die mannigfachen Formen von Gewalt und Krieg lassen sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Vieles wirkt zusammen: unterschiedliche Auffassungen über allgemein verbindliche ethische Normen, expansive Machtpolitik, Ausweitung der eigenen politischen Einflusssphäre, wirtschaftliche Interessen, Angst privilegierter Gruppen vor Machtverlust, Feindbilder, Vorurteile, religiöser Fundamentalismus.

"Kultur des Friedens beginnt in den Köpfen der Menschen“
Obwohl es uns leichter fällt und mehr Aufmerksamkeit bewirkt, wenn wir über Gewalttaten reden, sollten wir ganz bewusst den Frieden in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns stellen.
1945, kurz nach dem 2. Weltkrieg, wurde die Präambel der UNESCO-Verfassung geschrieben. Darin heißt es:

„Da Krieg in den Köpfen der Menschen beginnt, muss in den Köpfen der Menschen Vorsorge für den Frieden getroffen werden.“


Einsatz für eine gerechte Weltordnung
Aktive Friedenspolitik ist eng verbunden mit dem Einsatz für eine gerechte Weltordnung, die eine gleichberechtigte Teilnahme aller Menschen an den Gütern der Erde ermöglicht, denn:

Insbesondere von Gewalt und Krieg betroffene Länder liegen bei der Erreichung von Zielen wie: Nahrungsmittelsicherheit, Gesundheitsvorsorge, Anspruch auf Bildung, Gleichberechtigung von Mann und Frau, existenzsichernde Einkommen, Beachtung der Menschen- und Kinderrechte weit zurück.
Gewaltsame Konflikte infolge des Klimawandels und des wachsenden Rohstoffbedarfs nehmen stetig zu.

Die zunehmende Bedeutung von ziviler, gewaltfreier Konfliktbearbeitung und Friedensförderung für erfolgreiche Armutsbekämpfung und eine nachhaltige Entwicklung verdient mehr Aufmerksamkeit.

Politik heute muss vordringlich Krieg und Gewalt verhindern.
Allerdings deuten die zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel noch nicht auf ein Umdenken hin:
Der Skandal: Bundeswehreinsätze: 32,5 Milliarden € (100%)
Ziviler Friedensdienst: 0,25 Milliarden € (0.78%)



Übernehmen Sie mit uns Verantwortung für Frieden durch Gerechtigkeit!
Der Faire Handel ermöglicht Produzenten durch langfristige Abnahmegarantieren und existenzsichernde Preise ein Leben in wirtschaftlicher Sicherheit und gewährt eine nachhaltige Zukunftsperspektive. Das verhindert Landflucht und wirkt so einer dichten Besiedlung in Armut - einer Brutstätte für Gewalt - entgegen.
Ein ausreichendes Einkommen der Familie ermöglicht Bildung und fördert in der nächsten Generation Prozesse, die zu Emanzipation, Demokratie und Gerechtigkeit beitragen.

Kaufen Sie eine Friedenstasche mit fair gehandelten Produkten:
a) Tasche mit Kaffee und Honig aus Guatemala
b) Tasche mit Kaffee, Kakao, Schokolade aus afrikanischen Ländern
c) Tasche mit Tee und Cashewnüssen aus Sri Lanka

Außerdem möchten wir vorbeugend Gewalt verhindern und unterstützen dazu drei Projekte.
Spenden Sie für eines der folgenden Projekte:
a) Projekt zur Gewaltverhinderung in Guatemala(Misereor)
b) Projekt mit ehemaligen Kindersoldaten in Sri Lanka(Misereor)
c) Projekt für Mädchen und Frauen, die im Krieg im Ostkongo vergewaltigt und misshandelt wurden.

Unterschreiben Sie den „Appell für Friedenspolitik statt Militäreinsätze“ des „Forums Ziviler Friedensdienst“.

Gerechtigkeit und Frieden gibt es nicht umsonst.







Steilpass
für das Recht der Kinder auf Spielen


Millionen Menschen freuen sich weltweit auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Die Faszination des Spiels ist ungebrochen.
Umso tragischer ist es, dass viele Kinder kaum Gelegenheit zu Spiel und Sport haben, weil sie wegen zu geringer Löhne zum Familieneinkommen beitragen müssen. Dem wollen wir mit einem
Steilpass entgegenwirken!

Ballspender für Bälle gesucht
Wir vom Weltladen Betzdorf würden uns freuen, wenn Sie unseren
Steilpass unterstützen,
indem Sie einen Ball spenden.
Damit die Freude des Einen aber nicht mit der Ausbeutung eines Anderen erkauft wird, achten wir auf

Fair Pay for Fair Life

Spielen legt die Grundlagen für Verantwortungsbewusstsein sportlichen Wettkampf lernen Kinder gewaltlose Konfliktlösungfördern Teamgeist und beugen Ausgrenzung vorbeim Spiel fördert soziales Verhaltenstärkt das Selbstbewusstsein

Durch Spiel und Sport können Kinder diese Eigenschaften entwickeln, die sie zu starken Persönlichkeiten machen. So können sie dazu beitragen, dass weltweit in Gesellschaften für sozial verantwortliches Handeln gekämpft wird.

Fair Life bedeutet für uns, dass alle Menschen auf der Erde eine faire Chance erhalten auf
ein Leben in Würde.Leben ohne Ausbeutung.Leben ohne Hunger.Leben mit Bildung.Leben mit ausreichender Gesundheitsversorgung



Start der Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr“

Auch der Weltladen Betzdorf beteiligt sich an der bundesweiten politischen Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr“ der Weltläden in Deutschland. Zur Eröffnung der Aktion hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Weltladen eingeladen.
Die Kampagne möchte auf die weltweite Ernährungskrise aufmerksam machen und ökologische Anbauformen und Fairen Handel als Alternativen zu den sozial- und umweltschädlichen Anbaumethoden und Handelspraktiken aufzuzeigen.

Bei der Vorstellung der Aktion wies Hermann Reeh vom Weltladen Betzdorf daraufhin, dass das Menschenrecht auf ausreichende Nahrung, jenes Menschenrecht sei, das weltweit am häufigsten verletzt wird. Gemäß der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft(FAO) waren 2012 rund 870 Millionen Menschen unterernährt. 80 Prozent der Hungernden leben auf dem Land, paradoxerweise also dort, wo die Grundnahrungsmittel produziert werden.
Die Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr“ möchte darauf aufmerksam machen, das Öko-Landbau und Fairer Handel einen entscheidenden Lösungsansatz für eine zukunftsfähige Welternährung darstellen. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie erwirtschaften etwa 70% der weltweit geernteten Lebensmittel, nutzen die natürlichen Ressourcen der Erde nachhaltig und leisten damit einen Beitrag für eine gemeinsame Zukunft.

Die Forderungen der Kampangne finden Sie hier.

Hermann Reeh machte darauf aufmerksam, dass auch der Weltagrarbericht von 2009 in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft den wichtigsten Garanten für eine ausreichende Versorgung mit Grundnahrungsmitteln sehe, wenn bestimmte Voraussetzungen wie Zugang zu Land und Wasser, verbesserte Anbaumethoden, Lagerung, Marktzugang und existenzsichernde Preise für landwirtschaftliche Produkte geschaffen würden.
„Konzepte zur Ernährungssicherung müssen hier ansetzen“, so Hermann Reeh, „darum fordern wir von der( neuen) Bundesregierung, die Rechte von Kleinbäuerinnen zu stärken, kleinbäuerliche Wirtschaftsweisen statt die Agrarindustrie zu fördern und eine umwelt- und klimafreundliche Lebensmittelproduktion weltweit zu begünstigen.“
Hunderttausend Unterschriften sollen bundesweit bis zur Bundestagswahl am 22. September 2013 gesammelt werden. Nach Bildung der neuen Regierung werden diese in Berlin übergeben.

Im Weltladen Betzdorf und am Stand des Weltladens auf dem Wochenmarkt gibt es weitere Informationen. Dort kann man sich auch in die Unterschriftenliste eintragen.

Bis die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen habe, sollten wir als Verbraucherinnen und Verbraucher durch unser Kaufverhalten Weichen stellen und „Politik mit dem Einkaufskorb“ machen, meinte Reeh. „Wer will, kann sich schon heute weitgehend Öko+Fair ernähren.“. Er zitierte die bekannte Fernsehköchin Sarah Wiener, die in einem Interview sagte: „Essen und Kochen sind hochpolitische Angelegenheiten.“


Christen und Muslime: Gemeinsam gegen die Wüste

Bäche, Flüsse und sprudelndes Wasser in der Wüste? Ein Bild, das nicht zu passen scheint, denn Wasser gibt es selten in der Wüste. Selten zu finden sind auch friedliche Gemeinschaften von Christen und Muslimen. Für beides aber steht fest. Findet man sie, dann sind sie umso kostbarer.

Das gilt auch für die Gruppen von Kleinbauernfamilien am Rande der Sahelzone in Burkina Faso(Westafrika).
Die Frauen und Männer von der „Geschwisterlichen Vereinigung der Gläubigen von Dori“(UFC) kämpfen um kostbares Regenwasser, bringen Gemüse in der Wüste zum Wachsen und widersetzen sich sintflutartigen Regenfällen und der Klimaveränderung mit sichtbarem Erfolg. Mit bewährten Methoden der Wassergewinnung, mit dem Pflanzen von Bäumen, Sträuchern und Gemüse und angepassten Agrarmethoden verhindern sie die Ausbreitung der Wüste, sanieren die Böden, so dass sie wieder landwirtschaftlich nutzbar werden. Das kath. Hilfswerk Misereor fördert dieses Projekt.
„Gott hat uns nicht verboten, gemeinsam mit Andersgläubigen gute Dinge zu tun“, so sagen die Menschen im Dorf Dori.

Christen und Muslime in Betzdorf und Umgebung wollen gemeinsam das Projekt der Kleinbauernfamilien in Burkina Faso mit einer Aktion zum Internationalen Umwelttag (5. Juni) unterstützen. Siebzig Cent kostet ein Baumsetzling in Burkina Faso. Wir errichten eine Leinwand mit einer Wüstenlandschaft in Burkina Faso. Dort befestigen wir alle von Ihnen gekauften symbolischen Baumsetzlinge, das Geld leiten wir über Misereor nach Burkina Faso.

Weitere Informationen gibt es im Weltladen Betzdorf, Bahnhofstr. 2-4 und bei der Muslimischen Gemeinde in Betzdorf, Ladestraße. Wir laden alle Muslime und Christen zum Mitmachen ein.
Aktion am Dienstag, den 7. Juni 2011 auf dem Betzdorfer Wochenmarkt und im Weltladen.

Ahmet Öcal für die muslimische Gemeinde Betzdorf
Hermann Reeh für den Weltladen Betzdorf


Schüler informierten sich im Weltladen Betzdorf
„Entscheidung über Kindersklaverei fällt in Deutschland“

„Ziele des Fairen Handels sind existenzsichernde Einkommen, Beachtung von sozialen Menschenrechten und Kinderrechten sowie soziale und ökologische Mindeststandards weltweit“, so Hermann Reeh vom Weltladen Betzdorf zu Schülerinnen und Schülern des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Mit ihrer Lehrerin Rita Münzel besuchten die Jugendlichen vom Kurs kath. Religion den Weltladen Betzdorf, um sich über Ziele, Erfolge und Probleme des Fairen Handels allgemein und speziell des Weltladens Betzdorf zu informieren.

Der Faire Handel sei eine hervorragende Möglichkeit, die Welt zu verändern, erläuterte Reeh. Durch den Kauf von fair gehandelten Produkten, könne jede und jeder einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika ausreichend ernährt, medizinisch versorgt, eine Unterkunft haben, die Schule besuchen können und eine Perspektive für die Zukunft hätten, denn der Faire Handel zahle existenzsichernde Preise.

Hermann Reeh stellte den Schülerinnen und Schülern auch die Kampagne des Weltladens „Wir zeigen der Schokoladenindustrie die Rote Karte“ vor.

Sein Fazit: „Sie sollten wissen: Die Entscheidung über Kinderhandel, Kindersklaverei und Kinderhandel in den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste fällt hier in Deutschland.“




Auch Schülerinnen und Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums mit Lehrerin Rita Münzel zeigen der
Schokoladenindustrie die „Rote Karte“ wegen Mißachtung von Kinderrechten auf Kakaoplantagen der Elfenbeinküste.




Weltladen zeigt der Schokoladenindustrie die „Rote Karte“

„Wir zeigen der Schokoladenindustrie die „Rote Karte“ wegen Kinderhandel, Kindersklaverei, Kinderarbeit auf Kakaoplantagen“ - unter diesem Motto startet der Weltladen Betzdorf eine Unterschriftenkampagne.

Die ARD-Dokumentation „Schmutzige Schokolade“ habe gezeigt, dass Kinderhandel, Kindersklaverei und Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste weit verbreitet seien. Der Film zeige auch, dass die Schokoladenindustrie Kinderhandel, Kindersklaverei und Kinderarbeit zumindest dulde und nicht bereit sei, Verantwortung für gravierende Kinderrechtsverletzungen zu übernehmen, so der Weltladen.

Gegen diese Haltung möchte der Weltladen protestieren und bittet Bürgerinnen und Bürger, den nachstehenden Appell an die Schokoladenindustrie zu unterschreiben:

"1. Übernehmen Sie die volle Verantwortung für die Bedingungen, unter denen der Kakao produziert wird, den Sie verarbeiten!

2. Zahlen Sie den Kakao-Plantagenbesitzern und den Arbeiterinnen und Arbeiterinnen Preise und Löhne, die ausreichen, um die Kosten für Nahrung, Kleidung, Unterkunft, medizinische Versorgung, Schul- und Berufsausbildung der Kinder, soziale Absicherung zu bezahlen. Diese Forderungen sind auch Bestandteil des Menschenrechtskatalogs und der ILO (Internationale Arbeiterorganisation).

3. Sorgen Sie dafür, dass auf den Plantagen, von denen Sie Ihren Kakao beziehen, das Verbot von Kinderarbeit, Kinderhandel und Kindersklaverei eingehalten wird. Dazu sind Sie auch durch die UN-Kinderkonvention von 1989 verpflichtet.“

Die Unterschriftenlisten liegen im Weltladen und am Stand des Weltladens auf dem Betzdorfer Wochenmarkt aus. Verbunden mit der Unterschrift ist der Kauf einer fair gehandelten Schokolade. „Damit die Unterschrift gleich mit einer solidarischen Handlung verbunden ist“, so Hermann Reeh vom Weltladen Betzdorf.

Die Unterschriftenlisten sollen der Schokoladenindustrie im Frühling 2011 überbracht werden.







Weltladen baut ein Haus für Neugeborene

Der Weltladen Betzdorf baut ein Haus für Neugeborene. Für je 100 Euro Umsatz im Weltladen wird das "Haus" um einen Ziegelstein weiter gebaut. Der Fortschritt der Bauarbeiten kann im Schaufenster des Weltladens beobachtet werden. Zur Fertigstellung werden etwa 100 Ziegelsteine plus Dachpfannen benötigt. "Mit unserer Aktion möchten wir den Menschen in Betzdorf und Umgebung zeigen, dass sie aktiv am Weiterbau des Hauses und damit an der Einhaltung von sozialen Menschenrechten mitwirken können", so Hesse. Mit dem Ziegelstein wolle man deutlich machen, dass die Menschen durch ihr Kaufverhalten Mütter und Kinder schützen könnten.

Kinder sollten nicht in einem Stall oder in einem anderen Elendsquartier geboren werden. Das ist nicht nur die Auffassung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Weltladen Betzdorf, sondern sind auch Forderungen aus dem UN-Menschenrechtskatalog. Seit Weihnachten gefeiert wird steht eine Schwangere und die Geburt in einem Stall im Mittelpunkt des Festes. Da die schwangere Maria und ihr Verlobter Josef keinen Platz in einer Herberge fanden, musste Maria ihren Sohn in einem Stall - einem Elendsquartier - zur Welt bringen.

Anknüpfend an diese Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium möchte der Weltladen mit einer Adventskampagne aufzeigen, dass auch heute noch viele Mütter ihre Kinder unter Brücken, auf Müllhalden, auf Straßen, auf der Flucht vor Krieg und Armut ohne jegliche medizinische Betreuung zur Welt bringen müßten. "Mehr als 400.000 Frauen sterben unter diesen Umständen jedes Jahr bei der Geburt oder in der Schwangerschaft. Da sind statistisch gesehen jeden Tag mehr als 1000.

"Obwohl", so Hermann Reeh, "im UN-Menschenrechtskatalog besondere Schutzrechte für Schwangere, Mütter und Neugeborene verbindlich fest geschrieben wurden, ist die Diskrepanz zwischen erklärten Rechten und der Wirklichkeit sehr groß."

Der Faire Handel ist für den Weltladen Betzdorf eine wichtige Möglichkeit, diese Kluft zu überwinden. "Denn“, so Reeh, "Mutterschutz ist Standard im Fairen Handel." Dies sei ganz wesentlich für die Gesundheit der Mütter und Kinder. Auf Farmen und Plantagen, die für die Fairen Handel produzierten, erhielten die Frauen für die Dauer von mehreren Wochen Ruhe und Erholung, die sie bei Schwangerschaft und Geburt dringend benötigten. Auch fachliche medizinische Betreuung sei gewährleistet, so wie es die Menschenrechte verlangen. Die Standards des Fairen Handels müßten für den gesamten Welthandel übernommen werden, dann sei man ein gutes Stück weiter.




Faire Woche – „Fair schmeckt mir“

„Fair schmeckt mir!“ so lautet das Motto der diesjährigen Fairen Wochen, die vom 13.-26 September bundesweit stattfinden. Zum neunten Male werden Weltläden den Fairen Handel mit Produzentengruppen in Afrika, Asien und Lateinamerika in den Blickpunkt der Öffentlichkeit stellen.

„Fair schmeckt mir!“ – das wollte der Weltladen Betzdorf auch gerne von langjährigen Kundinnen und Kunden hören und öffentlich machen; er lud zu einem Fototermin an den Stand des Weltladens auf dem Betzdorfer Wochenmarkt ein.
„Wir kaufen regelmäßig Waren des Fairen Handels , weil wir von der Qualität der Produkte überzeugt sind und weil wir damit gleichzeitig einen Beitrag für globale Gerechtigkeit leisten wollen“, meinen Hildegard und Horst Vetter aus Betzdorf. Zudem biete der Faire Handel sichere Absatzmöglichkeiten und schütze Kleinbauernfamilien vor ausbeuterischen Arbeits- und Handelsbedingungen durch Großkonzerne, ergänzen sie.

Schon länger als 15 Jahre kauft der Landtagsabgeordnete Matthias Krell Kaffee im Pfandeimer im Weltladen. „Kinderarbeit, Zwangsarbeit, miserable Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und Beschäftigten in Asien, Afrika und Latein-amerika können mit dem Fairen Handel bekämpft werden“, so der Landtagsab-geordnete. Er bemühe sich, möglichst viele faire Produkte zu kaufen – „außerdem schmecken sie lecker.“

Auch Gaby Schunk aus Betzdorf ist schon viele Jahre Konsumentin von fair gehandeltem Bio-Kaffee im Pfandeimer. Für sie ist ein Konsum, der mit der Ausbeutung von Menschen und der Natur verbunden ist, abzulehnen. „Ich habe die Möglichkeit zu entscheiden, ob ich die Ausbeutung von Menschen und der Natur in Kauf nehme, oder ob ich wertvoll‘ konsumiere und mich möglicherweise beschränken muß, weil Produkte, bei deren Herstellung existenzsichernde Löhne gezahlt und die Natur geschont wird, teurer sind“, fährt sie weiter fort.

Ähnlich wie die Befragten argumentieren viele Stammkunden des Weltladens, ihnen ist es wichtig, dass sie mit ihrem Konsum, nicht auf Kosten anderer Menschen und der Natur leben. Für sie ist der Kauf fair gehandelter Produkte gelebte Solidarität, ein wichtiger Teil eines solidarischen Lebensstils und eine Frage der Glaubwürdigkeit im Einklang ihres christlichen oder humanistischen Werteverständnisses.



„Fair schmeckt mir!“ – das bestätigen Hildegard Vetter, Betzdorf, Marliese Becker, Nauroth, Matthias Krell,
Ingrid Weyand, Horst Vetter, Gaby Schunk und Rudolf Stelzig, alle Betzdorf.



„Die Waffen nieder“
Aktion des Weltladens zum Antikriegstag


„Die Waffen nieder!“ Diese Aufforderung von Bertha von Suttner hatte eine Realschülerin auf ein Plakat geschrieben und das, so meinte Hermann Reeh vom Weltladen Betzdorf, ist auch die Forderung der Einwohner des Dorfes San Josè de Arpatado in Kolumbien.

Kolumbien ist in weiten Teilen von Gewalt geprägt. Paramilitär, Militär und Guerilla liefern sich erbitterte Schlachten. Egal für welche Seiten man auch ist, die andere wird einen verfolgen. Ganze Landstriche werden unbewohnbar gemacht und die Menschen dort gequält, vertrieben und getötet. An diese Situation in dem südamerikanischen Land erinnerte der Weltladen Betzdorf in einer Aktion zum Antikriegstag am 1. September.
Vor mehr als 10 Jahren haben die mutigen Bewohner einer Gemeinde in Nord-kolumbien beschlossen, bei dieser sinnlosen Gewalt nicht mehr mitzumachen: Die gesamte Gemeinschaft von San Josè de Arpatado duldet seitdem keinerlei Waffen, Drogen oder Alkohol in ihrem Dort. Sie haben sich offiziell für neutral erklärt und versuchen den Kämpfen mit friedlichem Widerstand zu begegnen.

Unterstützung erfahren die Menschen von u.a. durch den Fairen Handel. Sie bauen Kakao an, den die gepa importiert und daraus die Schokolade des Friedens „Choco de Paz“ hier in Deutschland produzieren läßt. „Hinter diesem Namen verbirgt sich ein außergewöhnliches Produkt des Fairen Handels, das nicht nur gut schmeckt, sondern auch eine politische Botschaft beinhaltet“, so Hermann Reeh.




Friedensaktion auf dem Betzdorfer Wochenmarkt. Öffentlichkeitswirksam
informierte der Weltladen Betzdorf über die Friedensdörfer in Kolumbien
und warb für den Kauf der „Choco de Paz“ -Schokolade des Friedens.


Das man mit dem Kauf von Schokolade einen Beitrag für den Frieden leisten kann, lernten auch die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7a und 7c der Bertha von Suttner Realschule(jetzt Realschule plus) mit ihren Lehrerinnen Ulrike Stein und Jasmin Ruf. Im Unterricht beschäftigten sie sich mit den Themen Kolumbien und Friedensschokolade. Sie gestalteten Plakate und bemalten ein Bettlaken mit der Friedenstaube. Am 31. August waren sie auf dem Betzdorfer Wochenmarkt am Stand des Weltladens und unterstützten öffentlich die Friedensaktion. Auch der Landtagsabgeordnete Matthias Krell, Bürgermeister Bernd Brato, Bündnisgrüne und viele Erwachsene zeigten ihre Unterstützung.

Bei der Aktion gab es eine große Umrisskarte von Kolumbien. Darauf wurden Kärtchen in Postkartengröße mit einer Friedenstaube befestigt. Diese Kärtchen konnten zusammen mit der Tafel „Choco de Paz“ gekauft werden. Mehr als zweihundert Tafeln wurden verkauft, Kolumbien war gänzlich mit Friedenstauben bedeckt.



Weitere Informationen zu der Schokolade und den Friedensdörfern erhält man hier, oder unter www.ComunidadDePaz.de.





„Haiti muss wieder grün werden“

Haiti ist fast ohne Wald. Von seinem ursprünglichen Baumbestand sind nur zwei Prozent geblieben, dreißig Prozent sind aber notwendig, um ein ökologisches Gleichgewicht zu gewährleisten. Armut zwingt die Bauern zur weiteren Abholzung, sie verschlimmern damit die Anfälligkeit für Naturkatastrophen. Bei Gewittern rasen Sturzbäche die kahlen Hügel herunter und zerstören die letzten Wälder und auch Häuser der Landbevölkerung. Viele Landbewohner sind in den letzten Jahren wegen der Perspektivlosigkeit auf dem Land in die Elendsviertel der Städte geflohen.

"Haiti ist eines der Länder, die schon heute unter der Klimaveränderung leiden. Es verfügt nur noch über zwei Prozent seiner ursprünglichen Waldfläche, dreißig Prozent müssten es aber mindestens sein", so Hermann Reeh vom Weltladen Betzdorf. Sich durch die Erderwärmung steigernde Tropenregen, die auf einen Boden treffen, der durch keinerlei Bepflanzung mehr geschützt ist, ließen eine zerstörte Landschaft zurück. Um diesen Prozess zu stoppen und wenn möglich umzukehren, müsse einerseits die Wiederaufforstung verstärkt und andererseits, die Belastung der Atmosphäre durch Kohlendioxid in den reichen Ländern gemindert werden. Das erste scheitere an der Armut der Menschen in Haiti, das andere an der fehlenden Bereitschaft der Menschen in den Industrieländer ihren Ausstoß von klimaschädlichen Gasen drastisch zu mindern.

"Die Atmosphäre ist nur begrenzt belastbar", erklärt Reeh. "Und die Belastunggrenze für das klimaschädliche Gas C02 ist längst überschritten." Es sei also höchste Zeit diese Entwicklung zu überdenken und das Verhalten zu ändern, wolle man nicht die Grundlagen des Lebens zerstören. Ein "C02-Wegmachtag" für die Atmosphäre sei notwendig. Für zwölf Tonnen C02 ist jeder Mensch in Deutschland pro Jahr verantwortlich, zehn Tonnen mehr als die Natur vertragen kann, so war bei einem Informationsgespräch mit Silvia Schmegner, Anne Rickert und Hermann Reeh zu erfahren; das sind jeden Tag 32 Kilogramm. Die "Entsorgung" einer Tonne C02 kostet 20 Euro. Umgerechnet sind das für 32 Kilo etwa 70 Cent. "Das klimaschädliche C02 darf nicht mehr weiter kostenlos in die Atmosphäre entsorgt werden", so Silvia Schmegner, "das geht zu Lasten der Schwächsten in den südlichen Ländern und nachfolgender Generationen. Wir müssen Verantwortung für unser Handeln übernehmen."

Möglichkeiten zur Schadensbegrenzung sind die Reduzierung des C02 Ausstoßes oder das Pflanzen von Bäumen, die C02 aus der Atmosphäre abbauen. Unter dem Motto "Haiti muss wieder grün werden" leistete der Weltladen Betzdorf einen Beitrag zum Internationalen Tag der Umwelt am 5. Juni. Der Betzdorfer Künstler Erwin Ricker hatte auf einer Leinwand die zerstörte Landschaft Haitis gemalt. Am Internationalen Umwelttag wurde diese Leinwand mit Bäumen "bepflanzt".

Im Weltladen besteht weiterhin die Möglichkeit für siebzig Cent einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und für einen Tag klimaneutral zu leben. Mit den siebzig Cent wird ein Baumsetzling gekauft, der in Haiti gepflanzt wird. Das katholische Hilfswerk Misereor unterstützt ein entsprechendes Wiederaufforstungs-Projekt in Haiti.

Pflanzung von Bäumen bietet Schutz und erschließt neue Nahrungsquellen: In die Wälder legen die Bauern Waldgärten an, in denen sie Nahrungsmittel anbauen. Durch die Waldgärten gibt es wieder Hoffnung in den ländlichen Regionen.


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